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pom+Highlights 21

Manuel Inauen, pom+ | Aber.. unsere Welt der GegensätzeAber.. unsere Welt der Gegensätze 20.09.2018

Dass immer Gegensätze die Ganzheit eines Systems bedingen, war das Thema der 21. pom+ Highlights vom 20. September 2018, die den Titel aber trugen.

«Aber steht bei pom+ für die Potenziale, die sich aus dem Geschaffenen ergeben»

Für das erste Gespräch holte Moderatorin NAME pom+ CEO Dr. Peter Staub auf die Bühne, der die Bedeutung der Polarität für das Beratungsunternehmen erläuterte, das mit 80 Mitarbeitern den Höchststand in der Firmengeschichte zählt. Man habe viel erreicht, aber damit eben auch erst den Grundstein für noch viel mehr gelegt. Jeder erreichte Meilenstein sei gleichzeitig Basis für neu zu erschliessendes Potenzial, denn «wer zufrieden ist, geht unter». Auf diese Aussage fragt die Moderatorin scherzhaft, ob dieser Grundsatz auch für die Ehe des Digital Real Estate Pioniers gelte, was für Lacher sorgt und von Dr. Staub mit Erzählungen zu den Gegensätzlichkeiten seiner Söhne gekonnt umgangen wird.

Im von ihm initiierten CAS Digital Real Estate erlebt der Unternehmer regelmässig, dass Schweizer nach wie vor Schwierigkeiten haben, sich selbst zu bewerben. Dies bildet die perfekte Überleitung zum Vortrag von Herrn Alex Fries, der seit 25 Jahren im Silicon Valley lebt.

«Die Schweiz hat in fast jeder Branche ein Top-10 Unternehmen, aber…»

Mit starkem Bay-Area-Akzent präsentiert Alex Fries die Innovationskraft der Schweiz anhand verschiedener Rankings. Der Unternehmer ist als Venture Capitalist im Silicon Valley tätig und hat sich dort als Mentor, Coach und Investor von Schweizer bzw. Europäischen Start-Ups eine Reputation aufgebaut. Als Schwachstelle der Start-Ups, aber auch der Universitäten und Forschungseinrichtungen unseres Landes, identifiziert er die mangelnde öffentliche Sichtbarkeit. In seinen Worten zusammengefasst: «Wir machen kein noise».  Grundsätzlich fehle die Risikoaffinität und deshalb auch das Geld, um eine Technologie schnell kommerzialisieren zu können, wobei Geschwindigkeit häufig der zentrale Erfolgsfaktor in kompetitiven Umfeldern ist. Das «Crypto Valley» Zug ist eine Ausnahme und ein Leuchtturm-Projekt, in dem die Schweiz zeigt, dass sie Silicon Valley Ökosysteme zu bauen vermag.

Mit einem neuen Fonds seines Unternehmens ecosystem Ventures will er in Schweizer Technologie-Unternehmen investieren und Brücken bauen, um etwas amerikanischen Spirit zu uns zu bringen – und mit gutem Beispiel an vorderster Front etwas «noise» zu machen.

«New technologies often have a way of making old laws seem obsolete»

Dr. iur. Daniel Thaler zeigt in seinem Referat anhand geschickt gewählter Beispiele auf, dass Technologie und Gesetzte aktuell nicht in einer Liebesbeziehung sind. Da sie jedoch bereits geheiratet haben, ist eine symbiotische Beziehung unerlässlich. Dass dies möglich ist, zeigt die FINMA, die mit ihren Richtlinien zu Crypto-Währungen und ICOs global eine Pionierrolle eingenommen hat. Dies sei der richtige Ansatz, da technologiefreundliche Standortbedingungen die Voraussetzung für eine Zukunft ist, in der alles, was automatisiert werden kann, auch automatisiert wird – Legal Tech eingeschlossen.

«Es gibt auch so etwas wie geistiges Asthma – man bekommt es, wenn man hinter jedem Trend herrent»

Mit diesem Zitat von Jean Marrais eröffnet Dr. Joachim Baldegger von pom+ seine Präsentation, betont aber gleichzeitig die Bedeutung der Identifikation relevanter Trends. Die FM-Monitor Trendanalyse zeigt: Die Trends sind ähnlich, aber Flexibilität ist gefragt. Sowohl bezüglich Geschäftsmodellen und Bauweisen, aber auch bezüglich Arbeitsplätzen und besonders vor dem Hintergrund, dass IT und FM verschmelzen, wobei die nötige IT Kompetenz in der Immobilienbranche aktuell noch wenig ausgeprägt ist.

Mit dem Zitat von Willhelm II. «Ich glaube an das Pferd, das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung» konkludiert Dr. Baldegger, dass die wichtigsten Trends seit Jahren relativ stabil sind, dies aber keineswegs als Indikator für ein konstantes Umfeld gewertet werden sollten. Es kommen massive Veränderungen auf uns zu, die auf den ersten Blick eine Thematik der Organisationen zu sein scheinen, aber auch uns Menschen betreffen.

«Die Logistikbranche hat im Vergleich zur Immobilienbranche einen ganz anderen Druck auf der Pumpe»

Der als digitaler Enthusiast, dessen Herz für Einsen und Nullen schlägt, vorgestellte Roland Gubler präsentiert dem Publikum die Relevanz der Blockchain-Technologie. Das lückenlose, nicht manipulierbare Tracking von Containern in der Logistikbranche ist dabei eine Anwendung die zeigt, dass die Technologie alltagstauglich ist.

Nach einer kurzen Führung durch die mit Geburtsjahr 2008 junge Geschichte der Blockchain, erklärt der Experte dem Publikum die Thematik mit clever gewählten Beispielen: «Ein Smart Contract ist gar nicht so smart. Wenn Sie am Selecta Automat eine Cola kaufen, ist das ein Smart Contract - Sie haben einen Vertrag mit einer Maschine, ohne Verkäufer.»

Anhand diverser weiterer Use-Cases macht er deutlich, die Blockchain ist gekommen um zu bleiben. Dabei gelingt es ihm hervorragend, die komplexe Thematik auch für Laien verständlich zu erklären.

The Art of Transformation

Nach viel Expertenwissen und fachlichem Input, werden die Highlights mit einem kontrastierenden Referat abgeschlossen. Hannes Schmid, ein im Toggenburg aufgewachsener Schweizer, erzählt aus seinem sehr bewegten Leben, das die Leitthematik der Gegensätze nicht besser wiedergeben könnte. Nach einer von Krankheit geprägten Kindheit macht er sich mit 19 Jahren auf, um die Welt zu sehen. Während seiner vierjährigen Reise durch Afrika fotografiert der gelernte Elektriker alles, was ihm vor die Linse springt und entdeckt dabei sein Talent. Diese Art des Segelns auf den Wogen des Lebens ist dabei sein zentrales Erfolgskonzept, wie weitere Ereignisse zeigen. Es führte ihn auch nach Sumatra, wo er half Orang-Utans in die Wildnis auszugliedern und schliesslich auf die Spuren von Mikle Rockefeller, der für tot erklärt worden war. Auf dieser Expedition wird er vom Stamm der Dani & Lani in Irian Jaya, Indonesien, gefangen und im Schweinestall eingesperrt. In seiner sechsmonatigen Gefangenschaft bei den Kannibalen lernt er deren Sprache und schaffte es so, nie dagewesene Bilder dieser abgeschottet lebenden Menschen zu machen. Nach sechs Monaten konnte er gehen und landete nach einer schweren Malaria Erkrankung dank der Hilfe eines Missionars in der Schweiz, wo er mit dem gleichen Erfolgsrezept zum Fotografen der kontemporären Rockband Status Quo - und über 250 weiteren - wird. Mode Shootings, unter anderem an der Eiger-Nordwand und auf dem Mount Everest sowie die Neuinterpretation der berühmten Marlboro-Cowboys sind nur einige der Highlights, die Herr Schmid pointiert vorträgt und ihn weltberühmt gemacht haben. Sein Hilfsprojekt Smiling Gecko ermöglicht Kambodschanern dank einer Mischung aus Bildung und Ressourcen zur wirtschaftlichen Selbsthilfe ein selbstbestimmtes, würdevolles Leben und soll bis 2045 einen Anteil von 30% am kambodschanischen BIP beitragen. www.smilinggecko.ch 

Nach diesem bewegenden Vortrag wird das Publikum zum Apéro eingeladen.

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