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Covid-19, Trends

«Jetzt braucht es ein Denken in Zonen statt in Räumen.»

Im Interview mit Rahel Mulle, Head of Service Unit Performance 12.04.2022

Nach bald zwei Jahren Pandemie – was sind die wichtigsten Erkenntnisse in Bezug auf Flächenkennzahlen?

Die COVID-19-Pandemie führte zu massiven Einschränkungen für Gesellschaft und Wirtschaft, die sich auch in den Flächen- und Kostenkennzahlen niederschlagen. Spätestens jetzt halten neue Arbeitsmodelle und flexiblere Arbeitsformen im Büroalltag Einzug. Zwischenzeitlich stand die Frage nach einem Flächenabbau im Zentrum. Mittlerweile geht es darum, wie man den neuen Anforderungen an die Ausstattung und Grundrisse gerecht werden kann und dies mit geeigneten Kennzahlen gemessen wird. 

Wo liegen die dringlichsten Herausforderungen, denen sich die Bau- und Immobilienbranche zurzeit prioritär stellen muss?

Der Trend zu flexibleren Arbeitsplatzmodellen kann nicht mehr über die bestehenden Flächenkennzahlen abgebildet werden. Zudem wollen auch die veränderten Kosten einem Nutzen gegenübergestellt werden. Und dieser Nutzen will quantifiziert werden. 

Wie weit fortgeschritten ist die Branche in Bezug auf Flächenkennzahlen?

Im CREM-Bereich sind die herkömmlichen Flächenkennzahlen weitgehend verfügbar, da diese in CAFM-Tools geführt werden. Bei Renditeliegenschaften gehen die detaillierten Flächenkennzahlen, die im Bau noch verfügbar waren, verloren und es wird standardmässig nur die vermietbare Fläche geführt. So oder so können die zentralen Fragestellungen nicht genügend beantwortet werden. Es fehlen Standards für die Erfassung der neuen Arbeitsplatzkonzepte.

Welche Technologien werden in Zukunft relevant?

Die vorhandenen Normen vereinheitlichen die Ermittlung von Rauminhalten und Grundflächen und dienten in erster Line der Berechnung der Erstellungskosten. Mit offenen Grundrissen und nutzungsflexiblen Räumen ist die Zuordnung zu den herkömmlichen Raumtypen nicht mehr eindeutig möglich. Wenn Flächenkennzahlen für die Steuerung von Produktivität und Wohlbefinden genutzt werden sollen, braucht es ein Denken in Zonen statt in Räumen. Diese Zonen müssen in Systemen geführt werden. Technisch werden Plattformen mit Sensoren und Systeme für die Arbeitsplatzbuchung wichtig, so dass Auslastungsanalysen getätigt werden können. 

Was sind die wichtigsten Trends für die nächsten fünf Jahre? Worauf muss die Immobilienwirtschaft besonderes Augenmerk legen? 

Homeoffice ist mittlerweile zur Normalität geworden und wird von der Mehrheit der Arbeitnehmenden geschätzt. Das Büro wird vermehrt zu einem Ort des Zusammenkommens. Es gilt nun herauszufinden, welche Arbeitsplatzformen Teams wieder stärken, die Zusammenarbeit verbessern und zu optimalen Arbeitsergebnisse führen. Es braucht Konzepte, welche den Einfluss des Arbeitsplatzes auf die Produktivität und das Wohlbefinden aufzeigen. Das heisst Flächenkennzahlen werden Produktivitäts- und Zufriedenheitskennzahlen gegenübergestellt. Organisatorisch rücken dadurch das HR und das Controlling näher an die Immobilien. 

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