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Sustainability

Nachhaltigkeits­management: Strategieumsetzung und Monitoring

Miriam Kittinger 09.05.2017

Die Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie ist im Grunde nicht anders als die Umsetzung jeder anderen Strategie. Und doch gibt es spezielle Herausforderungen.

Massnahmen und Messgrössen definieren

Zunächst müssen die strategischen Ziele in operative Ziele bzw. Massnahmen übersetzt werden: Mit welchen Mitteln sollen die strategischen Ziele erreicht werden? Wo müssen bestehende Prozesse oder Prozesshilfsmittel angepasst werden? Auf welchen Nachhaltigkeitsstandards können wir dabei allenfalls aufbauen? Welche Projekte wollen wir lancieren?

Um die Umsetzung der Massnahmen und ihre Wirksamkeit zu prüfen sollten ausserdem geeignete Messgrössen definiert werden, die die spätere Überprüfung und Steuerung der Strategieumsetzung ermöglichen.

Massnahmen umsetzen

Für die Umsetzung der definierten Massnahmen sollten alle relevanten Fachbereiche mit einbezogen und Verantwortlichkeiten klar zugeteilt werden. Eine Bündelung und Priorisierung von Massnahmen ist zudem wichtig, um eine praktikable Roadmap für eine effektive Strategieumsetzung zu erhalten.
Oft verlangen Massnahmen im Nachhaltigkeitsbereich nach einer fachbereichsübergreifenden, «kokreativen» Zusammenarbeit und es bestehen Abhängigkeiten und Synergien zwischen den Massnahmen. Deshalb ist eine sorgfältige Koordination der Massnahmen besonders wichtig. Es sollte deshalb in Betracht gezogen werden, eine übergeordnet für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie verantwortliche Stelle zu definieren, die die Funktionen als Ansprechpartner, Koordinator und Controller für die Strategieumsetzung wahrnimmt.

Die Umsetzungsphase kann – je nach Umfang und Tragweite der definierten Ziele und Massnahmen – eine Mehrbelastung neben dem Tagesgeschäft bedeuten. Zudem fehlt oft die Erfahrung mit ähnlichen Implementierungsprojekten. Es sollte daher geprüft werden, ob intern die Ressourcen und das Know-How vorhanden sind, um diese Aufgaben zu übernehmen, oder ob externe Unterstützung beigezogen werden sollte.

Monitoring aufbauen

Parallel zur Massnahmenumsetzung kann das Monitoring aufgebaut werden. Zu Beginn der Strategieumsetzung werden erste Daten zum Status Quo für zentrale Zielgrössen gesammelt und konsolidiert, um diese mit den Zielwerten zu vergleichen und später die Wirksamkeit von umgesetzten Massnahmen zu überprüfen. Pro Messgrösse werden Datenquellen, -formate und -frequenzen für die laufende Datenerhebung definiert.

Nach und nach kann das Monitoring ausgebaut werden. Die Anzahl der «getrackten» Indikatoren steigt und die Transparenz über das Portfolio nimmt zu. Wer ein umfassendes Kennzahlencockpit im Sinne einer «Sustainability Balanced Scorecard» plant, sollte den Einsatz entsprechender Software-Tools in Betracht ziehen. Auch für grössere Portfolios empfiehlt sich der Software-Einsatz, um Daten effektiver und effizienter zu managen. Dazu können bestehende Portfoliomanagement-Tools ausgebaut oder eigens auf das Nachhaltigkeitsmanagement ausgerichtete, eigenständige Tools eingeführt werden.

Weiter zum nächsten Artikel: TEIL 4: Reporting und Benchmarking