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Trends, Digital

Trend Cybersecurity: Das kollektive Sicherheitsbedürfnis hat sich verstärkt

Simon Caspar und Daniel Meier 14.06.2022

Die Bau- und Immobilienwirtschaft stellt sich zunehmend auf die Transformation ein, die die Digitalisierung mit sich bringt. Doch noch fehlt es am Verständnis für komplexe Zusammenhänge. Das zeigen die Ergebnisse der diesjährigen Ausgabe der Digital Real Estate Umfrage von pom+. Im Fokusteil der Ausgabe 2022 haben wir rund 200 Führungs- und Fachkräften aus der Immobilienwirtschaft ausgesuchte Trends zur Beurteilung vorgelegt. Cybersecurity wurde dabei als besonders relevant eingestuft.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung von Gebäuden und der wachsenden Sammlung von Daten bei professionellen Eigentümern, Asset Managern oder Liegenschaftenverwaltungen steigen die Anforderungen an die Sicherheit der IT auch in der Immobilienwirtschaft. So erstaunt es wenig, dass die Befragten den Einfluss von Cybersecurity auf die Rolle des eigenen Unternehmens mit 2,02 als gross einschätzen. Ebenso werden die Auswirkungen auf die Branche mit 1,92 Punkten als gewichtig und mit 1.14 Jahren als zeitnah interpretiert.

 

Die Einschätzung der Experten

Das Risikobewusstsein im Umgang mit sensiblen Daten ist fraglos gestiegen. Die neue Gesetzgebung dürfte dazu ebenso beitragen, wie auch das mediale Echo im Fall von Datenlecks oder Cyberangriffen. Darüber hinaus spielt unser Zugang zu neuen Technologien eine tragende Rolle: Applikationen und IT-Systeme nehmen wir in der Regel aus einer funktionalen Perspektive wahr. Die Zusammenhänge und technischen Hintergründe sind den meisten Usern nicht bekannt. Insofern können die Einschätzungen der Befragten auch als Gefühlsvotum zu verstehen sein.

Das kollektive Sicherheitsbedürfnis dürfte sich in Zukunft weiter verstärken und auch auf die Gebäudeebene erstrecken. Denn mit der Vernetzung von physischen Objekten und dem Internet of Things (IoT) werden Steuerungsmechanismen geschaffen, die gänzlich neue Fragen aufwerfen: Was, wenn ein Hacker einen Spitalkomplex blockiert oder sich an den digitalen Schliesssystemen eines Bürogebäudes zu schaffen macht? Mit dem steigenden Auf- und Ausbau von Smart Buildings werden vormals abstrakte Herausforderungen auf Datenbasis urplötzlich zu Bedrohungen für Leib und Leben.

Cybersecurity wird damit um eine physische Dimension ergänzt und gewinnt erheblich an Bedeutung in der Immobilienwirtschaft. So entwickelt sich ein neuer Kompetenzzweig in Richtung Immobilieninformatik. Damit werden Lücken zwischen Datensicherheit, Vernetzung und dem Objekt geschlossen. Damit die Sicherheit von Immobiliennutzerinnen und -nutzern auch in der vernetzten Welt der Zukunft gewährleistet ist, müssen IT-Fachkompetenzen im ganzen Gebäudelebenszyklus einbezogen werden. Agile Projektführungsmethoden und eine gewerkeübergreifende Planung sind dabei das A und O.

 


Über die Studie

Die Digital Real Estate Umfrage erhebt seit 2016 jährlich den Stand der digitalen Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft in der Schweiz und seit 2019 auch für Deutschland. Das Whitepaper präsentiert die Ist-Situation in den beiden Ländern basierend auf den Einschätzungen von verschiedenen Führungs- und Fachkräften aus der Branche und wird durch das Expertenwissen von Beraterinnern und Berater der pom+Consulting AG ergänzt.


Die Studie kann kostenlos heruntergeladen werden.

Download Studie