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Trends

Trend Smart Buildings: Die Wertschöpfung von Liegenschaften erhöhen

Martin Diem 19.04.2022

Smart Buildings sind Teil unserer vernetzten, mobilen und nachhaltigen Welt von morgen. Noch werden sie häufig als Stand-Alone-Lösungen konzipiert, doch entfalten sie ihren Zweck vor allem auf Portfolioebene. Die Umfrageergebnisse der Digital Real Estate Umfrage 2022 von pom+ bestätigen die hohe Relevanz am Markt. 

Im Fokusteil der Marktstudie wurden den rund 200 Führungs- und Fachkräften aus der Immobilienwirtschaft zwölf ausgesuchte Trends zur Beurteilung vorgelegt. Analysiert wurde der Einfluss auf die Rolle des eigenen Unternehmens bzw. der eigenen Organisation auf einer Skala von 0 bis 3, die Auswirkungen auf die Bau- und Immobilienwirtschaft und der Zeitpunkt, an dem die Mehrheit der Marktteilnehmenden auf den Trend reagieren wird. Smart Buildings wurden als besonders relevant eingestuft.

Smart Buildings ermöglichen die dichte, flexible und kollaborative Nutzung von nachhaltigen Liegenschaften bei gleichzeitig hohem und individuellem Komfort und erhöhen so die Wertschöpfung von Liegenschaften. 

Entsprechend hoch schätzen die Befragten die Auswirkungen auf die Branche ein mit 2,13 Punkten. Der Einfluss auf den eigenen Tätigkeitsbereich wird allerdings durchzogen bewertet und pendelt sich über alle Rollen hinweg bei 1,75 Punkten ein. Besonders hervorzuheben sind hier die Investoren und Eigentümerinnen: Rund die Hälfte attestiert Smart Buildings einen grossen Einfluss, knapp 13 % sogar einen sehr grossen Einfluss auf die eigene Rolle, während 35 % nur einen geringen Impact erwarten. Knapp 20 % der Befragten gehen davon aus, dass bereits die Mehrheit aller Marktteilnehmenden auf diesen Trend reagiert. Rund 43 % rechnen mit einem Zeithorizont von drei bis fünf Jahren.

Meine Einschätzungen zu den Ergebnissen

Die relativ hohe Gesamtbewertung des Trends erstaunt nicht: Viele Eigentümer:innen und Entwickler:innen haben offensichtlich erkannt, dass die Wertschöpfung ihrer Liegenschaften mit Smart Buildings steigt. Denn die kollaborative Nutzung bei gleichzeitig hohem Komfort ermöglicht ergonomische, barrierefreie und automatisierte Nutzer- und Bewirtschaftungsprozesse.

Heute konzentriert sich der smarte Ansatz vor allem auf die Objektebene und auf einzelne optimierte Nutzungsprozesse (z. B. dynamische Raumbelegung) und Bewirtschaftungsprozesse (z. B. frequenzgesteuerte Reinigung). Als Stand-Alone-Lösung können einzelne Smart-Building-Anwendungsfälle so rasch umgesetzt werden.

Smart Buildings, die auf Portfolioebene gedacht werden, entfalten einen deutlich höheren Nutzen. Wenn Eigentümer:innen und Nutzer:innen standardisierte Smart-Building-Lösungen an mehreren Standorten betreiben und über ein gemeinsames Kernsystem steuern wollen, muss eine gut durchdachte IT-Architektur (Gebäudeleitsystem, IoT, Data Cloud, CAFM, Access Management, Cybersecurity etc.) für das Gesamtsystem «Immobilienportfolio» entwickelt und bereitgestellt werden. Das beansprucht zwar zwei bis drei Jahre Zeit, ermöglicht dann aber eine rasche digitale Aufrüstung bestehender Standorte und begünstig die Integration in Areallösungen oder Smart-City-Infrastrukturen.

Bei der Planung von neuen oder sanierten Smart Buildings hält mit der Immobilieninformatik eine neue Fachdisziplin Einzug in den Erstellungsprozess. Diese muss im Projektablauf und in der Projektorganisation gut integriert werden. Die Inbetriebnahme von Smart Buildings ist komplex und die schrittweise Übernahme der richtigen Immobiliendaten aus der Bauphase in die Betriebsphase bestimmt den Projekterfolg.


Über die Studie

Die Digital Real Estate Umfrage erhebt seit 2016 jährlich den Stand der digitalen Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft in der Schweiz und seit 2019 auch für Deutschland. Das Whitepaper präsentiert die Ist-Situation in den beiden Ländern basierend auf den Einschätzungen von verschiedenen Führungs- und Fachkräften aus der Branche und wird durch das Expertenwissen von Beraterinnern und Berater der pom+Consulting AG ergänzt.

Die Studie kann kostenlos heruntergeladen werden.

Download Studie