Zurück

FM Monitor, Trends

Welche Anforderungen werden heute an einen modernen Arbeitsplatz gestellt?

Reto Cajacob 26.11.2018

Die Geschäftsmodelle im FM-Bereich sind ständig im Wandel, wie aus der aktuellen Ausgabe des FM Monitors hervorgeht. Verschiedene Branchen erfordern spezifische Servicemodelle und auch die gemeinsame, aber zeitlich begrenzte Nutzung von Ressourcen gewinnt in Zeiten der Sharing-Economy zunehmend an Bedeutung. Flexibilität ist gefragt, nicht nur bei Geschäftsmodellen und Bauweisen, sondern auch in Bezug auf Arbeitsplätze.

Soziale, ökonomische, kulturelle und vor allem technologische Veränderungen drängen auf eine neue Arbeitskultur, welche eine transparente Verknüpfung von Wissen mit Personen, über Abteilungs-, Unternehmens- und sogar Arbeitskontexte hinweg gewährleistet. Die sogenannte New Work Order (NWO) schafft eine Kultur der transparenten Kollaboration mit gemeinsamen Verantwortungen und Wertvorstellungen.

Reto Cajacob, Fachexperte im planungs- und baubegleitendem Facility Management und Standortleiter von pom+ in Basel, zeigt im Interview auf, wie Flächen in modernen Bürokonzepten genutzt werden können. 

1. Welchen Veränderungen sehen sich Unternehmen und deren Corporate Real Estate Management gegenübergestellt im Zusammenhang mit der NWO?
Die Arbeitsumgebung leistet einen wichtigen Beitrag zur Motivationsförderung von Mitarbeitenden und zur Produktivitätssteigerung von Teams. Das Engagement der Mitarbeitenden und deren Identifikation mit dem Unternehmen stehen somit in einem direkten Zusammenhang mit der Arbeitsumgebung. Diesbezüglich beobachten wir zurzeit eine fundamentale Transformation der Bürowelt. Die Art und Weise wie wir zukünftig arbeiten werden, verändert substantiell die Form, den Umfang und die Ausgestaltung der Arbeitsplätze und die dazu benötigten Räumlichkeiten.

Der aktuelle Trend vom «Activity based Working» führt beispielsweise dazu, dass die Anzahl der benötigten Arbeitsplätze bzw. der benötigen Flächen gegenüber herkömmlichen Arbeitsplatzkonzepten erheblich tiefer liegen kann. Wichtiger Bestandteil davon ist das sogenannte «Non Assigned Seating», d.h. es gibt keine fest zugewiesenen Arbeitsplätze mehr. Das Verhältnis von Mitarbeitenden zu Arbeitsplätzen wird durch die Flexrate (Mitarbeitende pro Arbeitsplatz) angegeben. Die Flexrate ist abhängig von der Funktion der Arbeitnehmenden. Für Aussendienstmitarbeitende zum Beispiel liegt die Flexrate höher als für administrative Funktionen. Bei einer mittleren Flexrate von 1,3 bedeutet dies, dass für 20 Mitarbeitende 15 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen.

2. Welchen Stellenwert nimmt künftig das Büro ein, wenn die Arbeit von überall erfolgen kann?
Wesentlicher Bestandteil eines modernen Arbeitsplatzkonzepts ist tatsächlich, dass die Mitarbeitenden entsprechend ihrer individuellen Präferenzen wählen können, welche Arbeitsumgebung sie für eine bestimmte Aufgabe nutzen, also wo sie eine Arbeit ausführen möchten. Dabei sollen auch Wahlmöglichkeiten ausserhalb der unternehmenseigenen Arbeitsumgebung wie u.a. Home-Office oder Coworking Space in Betracht gezogen werden.

Es ist jedoch wichtig, dass das Büro im Unternehmen als Homebase funktioniert, indem den Teams trotz «Non Assigned Seating» Bereiche zugewiesen werden, die sich als Arbeitsplätze nutzen lassen. Darüber hinaus soll das Arbeitsplatzkonzept sogenannte zufällige Begegnungen fördern, indem Begegnungszonen geschaffen werden, welche idealerweise auch stockwerkübergreifend funktionieren.

3. Welche Aspekte müssen von Unternehmen bei der zukünftigen Büroplanung beachtet werden, wenn sie an Attraktivität nicht einbüssen wollen?
Bevor überhaupt mit der Büroplanung gestartet wird, sollte in einem ersten Schritt der Bedarf und die Anforderungen an die Arbeitsumgebung analysiert werden. Darauf basierend kann ein Arbeitsplatzkonzept erarbeitet werden, welches folgende Inhalte abdeckt:

  • Beschreibung der Tätigkeitsfelder (Arbeitsplatz, Kollaboration, Services etc.)
  • Beschreibung der funktionalen Grundmodule
  • Anzuwendende Flächenrichtwerte entsprechend dem Modulmix
  • Generelle Anforderungen (Ergonomie, Akustik, Raumklima, Ausstattung etc.)

Schlussendlich lässt sich mit dem Arbeitsplatzkonzept die objektspezifische Layoutplanung beauftragen.

Bis heute haben bereits mehr als 100 Schweizer Firmen und öffentliche Betriebe aus unterschiedlichen Branchen die Vorteile des FM Monitors genutzt, um eigene Flächen anhand gängiger Trends anzupassen. Wollen auch Sie sich einen Überblick verschaffen? Dann bestellen Sie jetzt die aktuelle Ausgabe oder melden Sie sich jetzt unverbindlich für den FM Monitor Benchmark 2019 an.