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Digital Real Estate Index als Reality Check

04.03.2020

Zürich, 4. März 2020: Die Ernüchterung hält an. Das zeigen die Ergebnisse der diesjährigen Ausgabe der Digital Real Estate Umfrage von pom+: rund 250 Führungskräfte und Immobilienexperten aus der Schweiz und Deutschland haben ihre eigene Digitalisierungsreife eingeschätzt. Der digitale Reifegrad der Immobilienwirtschaft ist sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent oder um 0.8 Punkte gesunken. Der Einbruch zeigt, dass noch ein weiter Weg vor der Branche liegt, viele Fragen offen sind und Chancen nur zögerlich ergriffen werden.

In der Digital Real Estate Umfrage 2020 wurde der Digital Real Estate Index für die Schweiz und für Deutschland bereits zum zweiten Mal in Folge berechnet. Der Index beruht auf 25 Indikatoren in fünf Clustern und 12 Technologien. Auf einer Skala von 1 bis 10 wird die aktuelle Digitalisierungsreife über den gesamten Markt mit 3,87 beurteilt. 2019 wurde der Digitalisierungsgrad in der Schweiz etwas niedriger eingestuft als in Deutschland (CH: 4,55 vs. DE: 4,99), 2020 sind die Werte fast gleich (CH: 3,88; DE: 3,81). Deutschland sieht sich demnach wesentlich kritischer als im letzten Jahr und liegt dieses Jahr sogar knapp hinter der Schweiz.

«Der tiefere Index ist zumindest teilweise darauf zurückzuführen, dass viele Akteure heute ein besseres Verständnis von den Herausforderungen haben, welche die digitale Transformation mit sich bringt. Sie haben bereits Massnahmen realisiert und verfügen nun über erste Erfahrungswert», meint Dr. Joachim Baldegger, Studienleiter und Head of Service Unit Future Lab bei pom+.

Selbstbeurteilung vs. DRE-Index
Die aktuelle Umfrage erhebt erstmalig die Selbstbeurteilung zum Digitalisierungsgrad des eigenen Unternehmens auf einer Skala von 1 bis 10. Diese Einschätzung variiert nach Rolle des Unternehmens. Auffallend ist, dass die meisten Akteure die eigene Unternehmung als stärker digitalisiert beurteilen als der DRE-Index auf übergeordneter Ebene tatsächlich misst. Der DRE-Index basiert auf einer von pom+ entwickelten Messung verschiedener Indikatoren. Über alle Rollen hinweg zeigt sich, dass das Vertrauen in neue Geschäftsmodelle und Technologien sowie die damit verbundenen Vorteile mit steigendem Verständnis für die Digitalisierung wächst.

Planer und Bauunternehmer sehen sich als am weitesten fortgeschritten in der Digitalisierung (Selbsteinschätzung 6.96), was sich auf dem Index mit 4,89 wiederspiegelt, obwohl dieser tiefer ausfällt. Hauptgrund für die Pole Position dürften die Anstrengungen zur Implementierung von Building Information Modeling (BIM) bei den befragten Teilnehmenden sein. Auch Eigentümer und Investoren sind sich der Relevanz der Digitalisierung im Immobilienbestand bewusst, wie die durchschnittliche Selbstbeurteilung von 5,03 zeigt. Tatsächlich hinken sie aber im Marktvergleich hinterher, wodurch ihr Index mit 3,43 wesentlich tiefer ausfällt. «Das ist insofern erstaunlich, als Investoren Kraft ihrer Rolle als Financier die Digitalisierung nicht nur im eigenen Unternehmen umsetzen, sondern auch bei Dienstleistern einfordern können», so Baldegger. «Allerdings fokussiert ein Grossteil der Investoren zurzeit auf die Themen Nachhaltigkeit und Datenmanagement. Damit wird ein Grundstein für die Digitalisierung gelegt – wir erhoffen uns davon künftig eine kontinuierliche Steigerung der Ergebnisse in dieser Teilnehmergruppe.»

Bewirtschafter beurteilen sich selbst als weniger digitalisiert (4,71) als die anderen Akteure – im Vergleich zum Index ist dies aber trotzdem zuversichtlich (3,65). Ein hoher möglicher Automatisierungsgrad ihrer Prozesse birgt grosses Potenzial, sie setzen dieses jedoch noch nicht genügend um. Mit einem Index von 3,87 befinden sich FM-Dienstleister in einer ähnlichen Position wie die Bewirtschafter.

Taten und Daten sprechen lassen
Die Konsequenzen, die sich aus der Digitalisierung ergeben, werden von den Akteuren unterschiedlich ausgelegt; ein einheitliches Verständnis fehlt. Einigkeit besteht hingegen darin, dass es Zeit ist für Taten. Wo in den letzten Jahren vor allem die Erarbeitung von Strategien zum Umgang mit der Digitalisierung im Vordergrund stand, liegt der Fokus neu auf der Umsetzung von Teilschritten.

Dafür wird ein durchgehendes Datenmanagement benötigt. Themen wie der Digitale Zwilling resp. Avatar oder das Aufbereiten und Managen von Daten stehen denn auch in der gesamten Studie und über alle Akteure der Branche hinweg im Vordergrund. Auch Automation und Prozessoptimierungen sind wichtige Themen. Dabei ist der Einsatz von Plattformen & Portalen unverändert hoch, auch der Einsatz von BIM steigt ständig. Verhältnismässig wenig eingesetzt werden Blockchain, additive Fertigung und intelligente Materialien. Mit einem zusätzlichen Schub ist in nächster Zeit bei Sensorik, Data Science, BIM, Blockchain sowie Künstlicher Intelligenz zu rechnen.

pom+Consulting AG

pom+ ist ein Schweizer Beratungsunternehmen, das Dienstleistungen für Immobilien, Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen aus den Bereichen Bau-, Facility-, Property-, Portfolio- und Asset-Management erbringt. Die Kernkompetenzen von pom+ umfassen Performancemessung, Strategieentwicklung, Ressourcenoptimierung, Technologieeinsatz und Digitalisierungsstrategien – und lösungen mit Rücksicht auf den Lebenszyklus der Immobilien und Infrastrukturen. Über 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die meisten Hoch- und Fachhochschulabsolvierende, überzeugen mit Fachwissen, ausgewiesener Erfahrung und Know-how aus rund 6‘000 Projekten. 

Mit Hauptsitz in Zürich und Niederlassungen in Basel, Bern, Lausanne, St. Gallen und Frankfurt berät pom+, als Spin-off der ETH Zürich gegründet, seit 1996 über 600 Kunden im In- und Ausland. www.pom.ch 

Medienkontakt
pom+Consulting AG
Dr. Peter Staub, CEO
Technoparkstrasse 1, 8005 Zürich
Telefon +41 44 200 42 00
peter.staub@pom.ch, www.pom.ch

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