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Risiken und Regulierungen als wichtige Treiber der digitalen Transformation in der Immobilienwirtschaft

03.03.2022

Zürich, 3. März 2022: Die Bau- und Immobilienwirtschaft stellt sich zunehmend auf die Transformation ein, die die Digitalisierung mit sich bringt. Doch noch fehlt es am Verständnis für komplexe Zusammenhänge. Das zeigen die Ergebnisse der diesjährigen Ausgabe der Digital Real Estate Umfrage von pom+. Die rund 200 Führungskräfte, Immobilienexpertinnen und -spezialisten aus der Schweiz und Deutschland schätzen ihre eigene Digitalisierungsreife zum zweiten Mal in Folge moderat besser ein im Vergleich zum Vorjahr.

In der Digital Real Estate Umfrage 2022 wurde der Digital Real Estate Index für die Schweiz und für Deutschland bereits zum vierten Mal in Folge berechnet. Der Index misst, in welchem Ausmass sich Immobilienunternehmen mit der Digitalisierung auseinandersetzen und wie weit sie bereits Massnahmen ergriffen und umgesetzt haben. Basis für die Berechnung bilden 25 Indikatoren in fünf Clustern und 12 Technologien. Auf einer Skala von 1 bis 10 wird die aktuelle Digitalisierungsreife über den gesamten Markt mit 4,5 beurteilt, was analog zum Vorjahr einer Zunahme von 0,3 Punkten entspricht. Die Unterschiede in den Indizes für die Schweiz und Deutschland haben sich in diesem Jahr mit 4,4 und 4,9 wieder akzentuiert.

Anders die Entwicklung bei den verschiedenen Rollen, die sich immer mehr angleichen. Der Reifegrad von Planer:innen und Besteller:innen ist unverändert zum Vorjahr, während der Index in der Bewirtschaftung leicht zurückging und im Facility Management etwas höher liegt als im Vorjahr. Eigentümer:innen und Investor:innen holten im vergangenen Jahr den Rückstand auf und haben aktuell nur noch einen geringfügig tieferen Index als die anderen Rollen. «Durch die zunehmende Regulierung im Bereich Nachhaltigkeit sind die Besteller:innen vermehrt auf spezifische Informationen und Daten zu ihren Immobilien angewiesen. Das Interesse an Lösungen zur Datenerfassung und -analyse ist hoch, da auf diese Weise entsprechende Fragestellungen beantwortet und notwendige Nachweise erbracht werden können», erklärt Dr. Joachim Baldegger, Studienleiter und Head of Service Unit Future Lab bei pom+. Das zeigt sich auch in der steigenden Bedeutung von Data Science: Mit 56 Prozent setzen im Vergleich zum Vorjahr 19 Prozent mehr Befragte auf die Extraktion von Wissen aus Daten oder bauen derzeit Kompetenzen darin auf.

COVID-19 führt zu höherem Risikobewusstsein im IT-Umfeld

Von dem im Zusammenhang mit der Pandemie vielzitierten Digitalisierungsschub ist in der Bau- und Immobilienbranche weiterhin wenig zu spüren. Immerhin bestätigen 52 Prozent der Befragten, dass COVID-19 dazu führte, dass die IT-Infrastruktur für mobiles und kollaboratives Arbeiten weiterentwickelt wurde. Entsprechend hat auch die Migration von IT-Infrastrukturen zu Cloud-Lösungen stark zugenommen und neue Fragen der Sicherheit aufgeworfen. Deutlich mehr Befragte geben an, dass ihr Unternehmen potenzielle IT-Risiken bewertet und Lösungsansätze zur Reduktion dieser Risiken verfolgt.

Das erhöhte Risikobewusstsein bestätigt auch die aus der Umfrage erkennbare hohe Bedeutung des Trends Cybersecurity. Ähnlich hohe Auswirkungen auf die Immobilienbranche werden der Dekarbonisierung und Smart Buildings attestiert. Es wird erwartet, dass die Mehrheit der Marktakteur:innen innerhalb kürzester Zeit auf diese drei Trends reagieren wird. Dem gegenüber stehen die Trends Neue Eigentumsformen, Virtual Real Estate und Augmented Workforce. Sie werden gegenwärtig als wenig relevant beurteilt. Die Auswirkungen auf die Branche werden zwar gesehen, allerdings wird der Einfluss auf das eigene Unternehmen als gering und der zeitliche Horizont als vergleichsweise lang beurteilt.

Insgesamt scheint in der Bau- und Immobiliensektor die Erkenntnis gereift zu sein, dass Digitalisierung ein kontinuierlicher Prozess ist. Die Diskussionen in der Branche werden immer spezifischer, neue technologische Dimensionen kommen hinzu und die inhaltliche Komplexität steigt laufend. Die Übersicht und das Verständnis für die Zusammenhänge fehlen noch an vielen Stellen. Es ist daher zu erwarten, dass sich neue Berufsbilder und Disziplinen wie beispielsweise Immobilieninformatik herausbilden, um diese Lücken zu schliessen.

Digitale Transformation aus Eigenantrieb mit Smart Buildings

Obwohl theoretisch immer mehr möglich wird, scheint der Alltag vieler Branchenakteur:innen noch immer von analogen Dingen geprägt. Die in der Anfangseuphorie erwarteten Optimierungen und Effizienzgewinne lassen auf sich warten. Als Folge davon wird die Reife der digitalen Technologien von der Branche seit Jahren als stagnierend beurteilt, obwohl der Nutzen oftmals als hoch eingeschätzt wird. Die verschiedenen Technologien werden tendenziell isoliert betrachtet, haben aber meistens einen Zusammenhang. Smart Buildings führen viele Technologien zusammen und könnten eine Lösung sein, um mehrere Technologien gleichzeitig zu höherer Reife zu führen.

Während viele der übrigen Trends tendenziell von aussen einwirken und der Bau- und Immobilienwirtschaft durch Vorgaben aufgedrängt werden, handelt es sich bei Smart Buildings um eine Entwicklung aus der Branche heraus. Der damit verbundene Eigenantrieb könnte dazu führen, dass die digitale Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft einen entscheidenden Schritt vorwärts macht.


Über die Studie

Die Digital Real Estate Umfrage erhebt seit 2016 jährlich den Stand der digitalen Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft in der Schweiz und seit 2019 auch für Deutschland. Das Whitepaper präsentiert die Ist-Situation in den beiden Ländern basierend auf den Einschätzungen von verschiedenen Führungs- und Fachkräften aus der Branche und wird durch das Expertenwissen von Beraterinnern und Berater der pom+Consulting AG ergänzt.

Die Studie kann gratis heruntergeladen werden.

Download Studie


pom+Consulting AG

pom+ ist ein Schweizer Beratungsunternehmen, das Dienstleistungen für Immobilien, Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen aus den Bereichen Bau-, Facility-, Property-, Portfolio- und Asset-Management erbringt. Die Kernkompetenzen von pom+ umfassen Performancemessung, Strategieentwicklung, Ressourcenoptimierung, Nachhaltigkeitsberatung, Technologieeinsatz, Digitalisierungsstrategien und -lösungen sowie Bautreuhand, Bauherrenberatung und BIM-Strategien mit Rücksicht auf den Lebenszyklus der Immobilien und Infrastrukturen. Über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die meisten Hoch- und Fachhochschulabsolvierende, überzeugen mit Fachwissen, ausgewiesener Erfahrung und Know-how aus rund 6‘000 Projekten.  

Mit Hauptsitz in Zürich und Niederlassungen in Basel, Bern, Lausanne, St. Gallen, Frankfurt und Berlin berät pom+, als Spin-off der ETH Zürich gegründet, seit 1996 über 700 Kunden im In- und Ausland. www.pom.ch

 

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