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Digital Real Estate Index sinkt: KI als Gamechanger?

Zürich, 10. März 2025: Zum zweiten Mal in Folge sinkt der Digital Real Estate Index, der von der Beratungsfirma pom+Consulting AG jährlich erhoben wird. Auch die Einschätzung der digitalen Reife fällt kritischer aus als im Vorjahr. Gleichzeitig rückt Künstliche Intelligenz (AI) erstmals als eine der nützlichsten Technologien in den Fokus.

Seit zehn Jahren misst die pom+Consulting AG den digitalen Reifegrad der Bau- und Immobilienwirtschaft. Der Digital Real Estate Index evaluiert die Umsetzung digitaler Massnahmen in Unternehmen der Branche anhand von 25 Indikatoren in fünf Clustern sowie zwölf Schlüsseltechnologien.

Auf einer Skala von 1 bis 10 liegt der Digitalisierungsgrad aktuell bei 4,0 Punkten – ein Rückgang von 0,6 Punkten gegenüber dem Vorjahr. Besonders betroffen sind Planer:innen und Bauunternehmer:innen (-1,1 Punkte) sowie Eigentümer:innen und Investor:innen (-0,6 Punkte). Einzig Bewirtschafter:innen und FM-Dienstleister:innen zeigen eine minimale Steigerung von 0,1 bzw. 0,2 Punkten.

Der Rückgang erstreckt sich über Unternehmen aller Grössen. Besonders ausgeprägt ist er bei Kleinstunternehmen (-1,1 Punkte), während mittelgrosse Firmen mit -0,3 Punkten vergleichsweise stabil bleiben. Grossunternehmen verzeichnen mit -0,7 Punkten ebenfalls eine spürbare Abnahme. Damit setzt sich der Trend fort, dass mittelgrosse Firmen die Digitalisierung am stärksten vorantreiben. Der Rückgang macht sich auch bei den Investitionen bemerkbar: Jedes fünfte Unternehmen investiert weniger als 1 % des Umsatzes in die digitale Transformation. Gleichzeitig sinkt der Anteil jener Firmen, die mehr als 5 % aufwenden, seit zwei Jahren kontinuierlich.

Wachsende Skepsis gegenüber dem digitalen Fortschritt

Die Branche zeigt eine wachsende Skepsis gegenüber dem digitalen Fortschritt. Von den 172 befragten Fach- und Führungskräften nehmen immer mehr eine Stagnation oder gar einen Rückschritt wahr. Während im vergangenen Jahr noch eine Mehrheit der Befragten von Fortschritten ausging, sieht heute bereits mehr als ein Drittel die Digitalisierung auf der Stelle treten. Besonders Technologie-Anbieter:innen zeigen sich ernüchtert: Während im letzten Jahr 80 % eine Zunahme beobachteten, sind es 2025 nun nur noch 29 %, 71 % erkennen hingegen eine Stagnation.

Die Hemmnisse bleiben vielfältig: Hohe Integrationshürden, mangelnde Datenqualität und Investitionskosten werden nach wie vor als zentrale Herausforderungen der Digitalisierung genannt. Zudem zeigt sich, dass fehlendes Change Management die Adaption neuer Technologien ausbremst. Trotz dieser Hürden gewinnt die vernetzte Gebäudetechnik zunehmend an Bedeutung. Gemeinsam mit nachhaltigen Energiemanagement-Lösungen, AI-gesteuerten Analysen und prädiktiver Wartung wird ihr das grösste Entwicklungspotenzial zugesprochen.

Künstliche Intelligenz rückt in den Fokus

Erstmals zeigt sich eine deutliche Verschiebung in der Einschätzung digitaler Technologien. Künstliche Intelligenz und Machine Learning werden zunehmend als wertvolle Werkzeuge wahrgenommen, auch wenn ihr Einsatz in der Praxis noch begrenzt bleibt. 75 % der Befragten schätzen den Nutzen von AI als hoch oder sehr hoch ein, doch nur 16 % setzen die Technologie aktiv ein. Allerdings befindet sich AI bei vielen Akteuren in der Aufbauphase (30 %), was auf eine künftige Dynamik in diesem Bereich hindeutet.

Zu den besonders prägenden digitalen Technologien der letzten Jahre gehört neben Platforms & Portals Building Information Modeling (BIM). Beide gelten als zentrale Treiber der digitalen Transformation über alle Rollen hinweg. Im vergangenen Jahr wurden ausserdem Sensors & Actuators wie auch Data Analytics deutlich öfter genutzt.


Über die Studie 

Die Digital Real Estate Umfrage erhebt seit zehn Jahren den Stand der digitalen Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft in der Schweiz und seit 2019 auch für Deutschland. Die Studie präsentiert die Ist-Situation in den beiden Ländern basierend auf den Einschätzungen von verschiedenen Führungs- und Fachkräften aus der Branche und wird durch das Expertenwissen von Beraterinnern und Berater der pom+Consulting AG ergänzt.

Zum zehnjährigen Jubiläum bietet die Studie eine Rückschau auf die Entwicklungen über die letzten zehn Jahre und wagt einen explorativen Blick ins Jahr 2035. Erstmals wurden dazu vier Zukunftsszenarien entwickelt, die mögliche Auswirkungen von AI auf die Branche aufzeigen.

Studie hier runterladen


pom+Consulting AG 

pom+ ist ein Schweizer Beratungsunternehmen, das Dienstleistungen für Immobilien, Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen aus den Bereichen Bau-, Facility-, Property-, Portfolio- und Asset-Management erbringt. Die Kernkompetenzen von pom+ umfassen Performancemessung, Strategieentwicklung, Ressourcenoptimierung, Nachhaltigkeitsberatung, Technologieeinsatz, Digitalisierungsstrategien und -lösungen sowie Bautreuhand, Bauherrenberatung und BIM-Strategien mit Rücksicht auf den Lebenszyklus der Immobilien und Infrastrukturen. Über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die meisten Hoch- und Fachhochschulabsolvierende, überzeugen mit Fachwissen, ausgewiesener Erfahrung und Know-how aus rund 7‘000 Projekten.  

Mit Hauptsitz in Zürich und Niederlassungen in Basel, Bern, Lausanne, St. Gallen, Frankfurt, Berlin und Köln berät pom+, als Spin-off der ETH Zürich gegründet, seit 1996 über 700 Kunden im In- und Ausland. www.pom.ch  

Medienkontakt 

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