Organisation ESG & Nachhaltigkeit

Von New Work zu True Wellbeing: 5 Impulse

11.11.2025

Tanja Pohle, Friedel Bachmann

Ein Raum ist nie neutral. Er prägt, wie wir arbeiten, denken und uns begegnen. In einer Zeit, in der Energie-, CO₂- und Flächeneffizienz im Fokus stehen, rücken die Bedürfnisse der Menschen jedoch oft in den Hintergrund. Arbeitgeberattraktivität, Gesundheit und echtes Wohlbefinden werden häufig als zweitrangig betrachtet. Doch der Arbeitsplatz ist mehr als nur ein Ort zum Arbeiten – er ist der zentrale Ort des Austauschs, der Inspiration und des sozialen Zusammenhalts. Hier wird soziale Nachhaltigkeit sichtbar und erlebbar.

New Work und Nachhaltigkeit sind eng miteinander verbunden und beantworten die zentrale Frage, wie wir Arbeitsumgebungen schaffen, in denen Menschen sich gerne aufhalten und die zugleich eine positive ESG-Wirkung erzielen. Wahre Nachhaltigkeit entsteht erst, wenn ökologische Verantwortung und menschliches Wohlbefinden zusammenfinden.

Das „S“ in ESG: Vom abstrakten Reporting zur gelebten Praxis

Im Rahmen von ESG rückt das Soziale in den Fokus: Gesundheit, mentales Wohlbefinden, Diversität und Gleichberechtigung, Sicherheit. Im Reporting bleiben diese Aspekte oft abstrakt, etwa durch Zufriedenheitswerte oder Diversity-&-Inclusion-Programme. Am Arbeitsplatz werden sie jedoch konkret erlebbar: Ergonomische Möbel fördern die Gesundheit, flexible Bereiche unterstützen verschiedene Arbeitsstile, eine optimierte Akustik sowie gute Luft- und Lichtverhältnisse stärken das mentale Wohlbefinden, und Begegnungsräume schaffen Zugehörigkeit. So wird Wellbeing zur verbindenden Komponente zwischen New Work und ESG. – spürbar, noch bevor es messbar ist.

Workplace Management als ESG-Steuerungsinstrument

Was gestaltet wird, kann auch gemessen werden. Konsequentes Workplace Management übersetzt Ziele in Kennzahlen für E, S und G: Flächenausnutzung und Materialwahl (E), Zufriedenheit und Gesundheit (S) sowie Standards und Verantwortlichkeiten (G). Die Messung erfolgt unter anderem durch:

  • HR-Daten: Krankheitstage, Fluktuation, Betriebszugehörigkeit
  • Nutzungsdaten: Arbeitsplatzbelegung in Fokus- vs. Kollaborationszonen, Buchungsverhalten Meeting-Räume
  • Umweltkomfort: CO₂-Werte, Luftfeuchtigkeit, Temperatur
  • Puls- und Zufriedenheitsbefragungen

Diese Daten können in ESG-Reportings integriert werden und ermöglichen zudem auch bessere ESG-Bewertungen, beispielsweise bei GRESB. So entsteht aus einem attraktiven Büro eine nachweisbare Wirkungskette.

Tanja Pohle

Partnerin und New Work Specialist

Ein modernes Bürokonzept allein macht ein Unternehmen nicht attraktiver als Arbeitgeber. Es ist ein integratives Konzept erforderlich, das die Menschen und ihre individuellen Bedürfnisse in den Mittelpunkt rückt. Standardlösungen können keinen nachhaltigen Nutzen stiften.

Die 5 Ansätze: So wird Wellbeing in New-Work-Umgebungen messbar

1) Gesundheit und Regeneration systematisieren
Ergonomische Arbeitsplätze, Regenerationszonen, gute Akustik, Tageslicht, Pflanzen und Ruhezonen senken Stress und fördern die Konzentration.
Metriken: Krankheitsquote, subjektiver Erholungsindex aus Pulsbefragungen, Nutzungsraten der Ruhezonen.

2) Tätigkeitsorientierte Flächen statt Einheitsbüro
Entscheidend ist die Eignung der Fläche für den jeweiligen Zweck. Fokus-, Projekt-, Co-Creation- und Begegnungs-Zonen bieten Mitarbeitenden die Möglichkeit, ihre Aufgabe und individuellen Bedürfnisse zu gestalten.
Metriken: Belegung und Nutzung nach Zonierung, Wechselhäufigkeit der Arbeitsweisen, Produktivitätsindikatoren wie Durchlaufzeiten.

3) Inklusion und Partizipation durch Flexibilität
New Work ist inklusiv, wenn verschiedene Arbeitsstile und Bedürfnisse (z.B. hochsensibler Menschen) berücksichtigt werden. Dies beginnt in der Planungsphase mit Co-Creation und setzt sich in Nutzungsregeln, Buchungssystemen und Governance um.
Metriken: Beteiligungsquoten in Co-Design-Workshops, wahrgenommene Inklusion, Zufriedenheit je Persona, z. B. „Silent-Worker“ oder „Connector“.

4) Datengetriebene Steuerung
Sensorik-, Buchungs- und Feedbackdaten bilden die Grundlage für fundierte Entscheidungen, von der Flächenreduktion bis zur Optimierung von Luftqualität und Lautstärke. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Nutzungsdaten (Place), Mitarbeiterfeedback (People) und Umweltparametern (Planet).
Metriken: CO₂-Mittelwerte und Peaks, Temperatur, Zufriedenheits-Scores, Korrelationen zu Krankheitstagen und Fluktuation.

5) Kultur- und Governance-Verankerung
Ohne definierte Rollen, Standards und Verantwortlichkeiten entstehen isolierte Einzelprojekte. RACI-Matrizen, klare Prozesse und die Integration in ISO- und ESG-Strukturen stellen sicher, dass bewährte Praktiken auch bei Wachstum skalierbar bleiben.
Metriken: Reifegrad-Assessments, SLA-Erfüllung, Audit-Ergebnisse.

Friedel Bachmann

Head of Service Unit Sustainable Portfolios

Der Obstkorb wird oft belächelt, ist jedoch als Teil einer umfassenden Wellbeing-Strategie sinnvoll, solange er in ein Gesamtsystem eingebettet ist und nicht als Feigenblatt dient. Allzu häufig wird die Gestaltung einer motivierenden und gesunden Arbeitsplatzumgebung mit Einzelaktionen als «erledigt» abgehakt – was durchaus auch einen gegenteiligen Effekt auslösen kann.

Ausblick: Das Büro als ESG-Plattform

Die Räume eines Unternehmens spiegeln dessen Werte wie Vertrauen, Partizipation und Verantwortung wider. Unternehmen, die ihre Workplace-Strategie mit ESG verbinden, schaffen eine soziale Architektur: Flächen werden zu dynamischen, datenbasierten Wellbeing-Ökosystemen und dienen als aktive Hebel für eine nachhaltigere Umgebung.

Der pom+ Ansatz

Nachhaltigkeit ist das Ergebnis eines durchdacht gestalteten Arbeitsplatzes. Wir verknüpfen die Workplace-Strategie mit ESG-Zielen, von der Bedarfsanalyse über die Zonierung bis hin zur datenbasierten Steuerung und zur Integration ins Reporting.

Unser Framework

Dimension

Workplace Management

Nachhaltigkeit/ESG

Gemeinsamer Nenner

Mensch

Wellbeing, Nutzerzufriedenheit, Produktivität

Soziale Kriterien (Health, Safety, Engagement)

Gesunde, motivierte Mitarbeitende

Raum

Flächennutzung, Zonierung, Aufenthaltsqualität

Energieeffizienz, CO₂, Materialökologie

Nachhaltige, adaptive Raumkonzepte

Daten

Nutzungssensorik, Buchungsverhalten, Feedback

ESG-Reporting, KPIs, GRI, GRESB

Datengetriebene Steuerung und Monitoring

Organisation

Change, Kultur, New Work

Governance, Strategie, Performance

Ganzheitliche Transformation

 

Unsere Differenzierung:

  • Wir erfassen Wellbeing, Energie- und Flächeneffizienz konsistent und übertragen diese Werte in ESG-Kennzahlen.
  • Wir integrieren People, Planet und Place in praxistaugliche Governance-Modelle wie RACI und ISO-Standards, statt einzelne Massnahmen isoliert umzusetzen.
  • Wir begleiten Sie von der Strategieentwicklung bis zur Umsetzung, einschliesslich Change-Designs und datenbasierter Erfolgsmessung.

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Dr. Tanja Pohle

Partner

Dr.sc. ETH

Dipl.- Bauing.TU

EMBA HSG

Standort Zürich

Dr. Friedel Bachmann

Head of Service Unit Sustainable Portfolios

Dr. phil., M.Sc. UZH in Sozial- und Wirtschaftspsychologie

Standort Zürich