Ein Raum ist nie neutral. Er prägt, wie wir arbeiten, denken und uns begegnen. In einer Zeit, in der Energie-, CO₂- und Flächeneffizienz im Fokus stehen, rücken die Bedürfnisse der Menschen jedoch oft in den Hintergrund. Arbeitgeberattraktivität, Gesundheit und echtes Wohlbefinden werden häufig als zweitrangig betrachtet. Doch der Arbeitsplatz ist mehr als nur ein Ort zum Arbeiten – er ist der zentrale Ort des Austauschs, der Inspiration und des sozialen Zusammenhalts. Hier wird soziale Nachhaltigkeit sichtbar und erlebbar.
New Work und Nachhaltigkeit sind eng miteinander verbunden und beantworten die zentrale Frage, wie wir Arbeitsumgebungen schaffen, in denen Menschen sich gerne aufhalten und die zugleich eine positive ESG-Wirkung erzielen. Wahre Nachhaltigkeit entsteht erst, wenn ökologische Verantwortung und menschliches Wohlbefinden zusammenfinden.
Das „S“ in ESG: Vom abstrakten Reporting zur gelebten Praxis
Im Rahmen von ESG rückt das Soziale in den Fokus: Gesundheit, mentales Wohlbefinden, Diversität und Gleichberechtigung, Sicherheit. Im Reporting bleiben diese Aspekte oft abstrakt, etwa durch Zufriedenheitswerte oder Diversity-&-Inclusion-Programme. Am Arbeitsplatz werden sie jedoch konkret erlebbar: Ergonomische Möbel fördern die Gesundheit, flexible Bereiche unterstützen verschiedene Arbeitsstile, eine optimierte Akustik sowie gute Luft- und Lichtverhältnisse stärken das mentale Wohlbefinden, und Begegnungsräume schaffen Zugehörigkeit. So wird Wellbeing zur verbindenden Komponente zwischen New Work und ESG. – spürbar, noch bevor es messbar ist.
Workplace Management als ESG-Steuerungsinstrument
Was gestaltet wird, kann auch gemessen werden. Konsequentes Workplace Management übersetzt Ziele in Kennzahlen für E, S und G: Flächenausnutzung und Materialwahl (E), Zufriedenheit und Gesundheit (S) sowie Standards und Verantwortlichkeiten (G). Die Messung erfolgt unter anderem durch:
- HR-Daten: Krankheitstage, Fluktuation, Betriebszugehörigkeit
- Nutzungsdaten: Arbeitsplatzbelegung in Fokus- vs. Kollaborationszonen, Buchungsverhalten Meeting-Räume
- Umweltkomfort: CO₂-Werte, Luftfeuchtigkeit, Temperatur
- Puls- und Zufriedenheitsbefragungen
Diese Daten können in ESG-Reportings integriert werden und ermöglichen zudem auch bessere ESG-Bewertungen, beispielsweise bei GRESB. So entsteht aus einem attraktiven Büro eine nachweisbare Wirkungskette.
Die 5 Ansätze: So wird Wellbeing in New-Work-Umgebungen messbar
1) Gesundheit und Regeneration systematisieren
Ergonomische Arbeitsplätze, Regenerationszonen, gute Akustik, Tageslicht, Pflanzen und Ruhezonen senken Stress und fördern die Konzentration.
Metriken: Krankheitsquote, subjektiver Erholungsindex aus Pulsbefragungen, Nutzungsraten der Ruhezonen.
2) Tätigkeitsorientierte Flächen statt Einheitsbüro
Entscheidend ist die Eignung der Fläche für den jeweiligen Zweck. Fokus-, Projekt-, Co-Creation- und Begegnungs-Zonen bieten Mitarbeitenden die Möglichkeit, ihre Aufgabe und individuellen Bedürfnisse zu gestalten.
Metriken: Belegung und Nutzung nach Zonierung, Wechselhäufigkeit der Arbeitsweisen, Produktivitätsindikatoren wie Durchlaufzeiten.
3) Inklusion und Partizipation durch Flexibilität
New Work ist inklusiv, wenn verschiedene Arbeitsstile und Bedürfnisse (z.B. hochsensibler Menschen) berücksichtigt werden. Dies beginnt in der Planungsphase mit Co-Creation und setzt sich in Nutzungsregeln, Buchungssystemen und Governance um.
Metriken: Beteiligungsquoten in Co-Design-Workshops, wahrgenommene Inklusion, Zufriedenheit je Persona, z. B. „Silent-Worker“ oder „Connector“.
4) Datengetriebene Steuerung
Sensorik-, Buchungs- und Feedbackdaten bilden die Grundlage für fundierte Entscheidungen, von der Flächenreduktion bis zur Optimierung von Luftqualität und Lautstärke. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Nutzungsdaten (Place), Mitarbeiterfeedback (People) und Umweltparametern (Planet).
Metriken: CO₂-Mittelwerte und Peaks, Temperatur, Zufriedenheits-Scores, Korrelationen zu Krankheitstagen und Fluktuation.
5) Kultur- und Governance-Verankerung
Ohne definierte Rollen, Standards und Verantwortlichkeiten entstehen isolierte Einzelprojekte. RACI-Matrizen, klare Prozesse und die Integration in ISO- und ESG-Strukturen stellen sicher, dass bewährte Praktiken auch bei Wachstum skalierbar bleiben.
Metriken: Reifegrad-Assessments, SLA-Erfüllung, Audit-Ergebnisse.
Ausblick: Das Büro als ESG-Plattform
Die Räume eines Unternehmens spiegeln dessen Werte wie Vertrauen, Partizipation und Verantwortung wider. Unternehmen, die ihre Workplace-Strategie mit ESG verbinden, schaffen eine soziale Architektur: Flächen werden zu dynamischen, datenbasierten Wellbeing-Ökosystemen und dienen als aktive Hebel für eine nachhaltigere Umgebung.
Der pom+ Ansatz
Nachhaltigkeit ist das Ergebnis eines durchdacht gestalteten Arbeitsplatzes. Wir verknüpfen die Workplace-Strategie mit ESG-Zielen, von der Bedarfsanalyse über die Zonierung bis hin zur datenbasierten Steuerung und zur Integration ins Reporting.
Unser Framework
Dimension | Workplace Management | Nachhaltigkeit/ESG | Gemeinsamer Nenner |
Mensch | Wellbeing, Nutzerzufriedenheit, Produktivität | Soziale Kriterien (Health, Safety, Engagement) | Gesunde, motivierte Mitarbeitende |
Raum | Flächennutzung, Zonierung, Aufenthaltsqualität | Energieeffizienz, CO₂, Materialökologie | Nachhaltige, adaptive Raumkonzepte |
Daten | Nutzungssensorik, Buchungsverhalten, Feedback | ESG-Reporting, KPIs, GRI, GRESB | Datengetriebene Steuerung und Monitoring |
Organisation | Change, Kultur, New Work | Governance, Strategie, Performance | Ganzheitliche Transformation |
Unsere Differenzierung:
- Wir erfassen Wellbeing, Energie- und Flächeneffizienz konsistent und übertragen diese Werte in ESG-Kennzahlen.
- Wir integrieren People, Planet und Place in praxistaugliche Governance-Modelle wie RACI und ISO-Standards, statt einzelne Massnahmen isoliert umzusetzen.
- Wir begleiten Sie von der Strategieentwicklung bis zur Umsetzung, einschliesslich Change-Designs und datenbasierter Erfolgsmessung.
Jetzt Standort bestimmen – kostenlos und in wenigen Minuten
Führen Sie die Umfrage zum New Work Index (NW-i) durch, um den Reifegrad Ihrer Arbeitswelt zu ermitteln. Sie erhalten einen Benchmark sowie konkrete Empfehlungen. Gerne besprechen wir anschliessend die nächsten Schritte mit Ihnen.
Haben Sie Fragen zum Thema? Unsere Expertinnen und Spezialisten stehen gern zu Verfügung.